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Paderborn University in spring. Show image information

Paderborn University in spring.

Photo: Paderborn University, Kamil Glabica.

DataLiteracySkills@OWL - DaLiS@OWL - Datenkompetenzen für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft

DaLiS@OWL ist ein Konzept zweier Universitäten, nämlich der Universität Bielefeld und der Universität Paderborn, sowie einer Fachhochschule, nämlich der Fachhochschule Bielefeld, in Ostwestfalen-Lippe (OWL) für eine fächer- und hochschulübergreifende Vermittlung von Data Literacy Skills (DaLiS) für Studierende aller Fächer. Das Konzept zielt darauf ab, Studierende durch eine anwendungsbezogene, interdisziplinäre Vermittlung von Datenkompetenzen auf eine Berufswelt und eine gesellschaftliche Debatte vorzubereiten, die zunehmend datengetrieben sind. Die Verbundhochschulen haben zur Erreichung dieses Ziels fünf Säulen definiert, innerhalb derer Formate und Methoden pilotiert, (weiter-)entwickelt, ausgetauscht und schließlich verankert werden sollen: (I) die Schärfung von Bewusstsein für die Bedeutung von Daten, (II) die Entwicklung und curriculare Verankerung von Datenkompetenz in der Breite, (III) die Unterstützung von Lehrenden, (IV) die Entwicklung eines gemeinsamen Rahmenmodells und (V) die strukturelle Verankerung in der Region OWL.

Das Konzept setzt auf bestehenden Angeboten und Initiativen der Hochschulen auf, ergänzt und öffnet diese – auch über die Antragsteller hinaus – nutzt digitale Lehrformate als Komplement zu Präsenzveranstaltungen, implementiert Peer-Learning Ansätze und schafft Selbstlernmaterialien. Die hier beschriebenen Konzepte sind im besonderen Maße übertragbar, da sie ab initio aus der Perspektive verschieden strukturierter Hochschulen gedacht sind. Die Zusammenstellung der Projektteams und die Beteiligung an Netzwerken sichert weiterhin eine große Perspektiven-Vielfalt.
Wirtschaftliche Relevanz wird das geplante Data Literacy Zertifikat entfalten, das als Qualitätssiegel für datenliterate Hochschulabsolvent*innen bei Arbeitgebern in der Region und darüber hinaus bekannt gemacht wird. Auf diese Weise schafft DaLiS@OWL durch die Implementierung von Data Literacy Skills an Hochschulen einen bedeutenden Mehrwert für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft in OWL und darüber hinaus.

Projektzeitraum: 1.3.2020 - 28.2.2023

Förderprogramm

Förderinitiative DATA LITERACY EDUCATION.NRW (https://www.stifterverband.org/data-literacy-education-nrw)

Das IMT ist unterstützende Stelle ohne eigenen Finanzanteil.

Mitarbeiter*innen

Projektteam Universität Paderborn

Das Kernteam wird von Prof. Dr. Tobias Matzner im Tandem mit Prof. Dr. Gudrun Oevel geleitet. Zusätzlich gehören dem Kernteam ein Mitglied der Hochschuldidaktik, ein Mitglied aus dem Zentrum für Informations- und Medientechnologien (IMT) sowie die einzustellenden Mitarbeiter*innen an. Das Projektteam wird Stakeholder (Lehrende und Studierende) aus dem Bereich Data Science (Informatik und Wirtschaftsinformatik), aus der empirischen Bildungsforschung, den Digital Humanities, der Medienwissenschaft und der Universitätsbibliothek enthalten.

An der Universität Paderborn ist Prof. Matzner Professor für Medien, Algorithmen und Gesellschaft an der Fakultät für Kulturwissenschaften, Prof. Oevel unterstützt als CIO und Leiterin des IMT die Digitalisierung von Lehren und Lernen. Beide verfügen über fundierte Projekterfahrungen im Bereich Digitalisierung und E-Learning. Die Mitglieder aus der Hochschuldidaktik und dem IMT bringen ihre didaktische und technische Kompetenz ein.

An der Universität Paderborn ist die Projektverantwortlichkeit beim Vizepräsidenten für Studium, Lehre und Qualitätsmanagement Prof. Volker Schöppner angesiedelt.
 

Projektteam Universität Bielefeld

Das Kernteam setzt sich aus der Projektleitung (Dr. Juliane Theiß, Bielefeld Center for Data Science (BiCDaS)) und Vertreter*innen des Zentrums für Lehren und Lernen (ZLL) sowie der Universitätsbibliothek (UB) zusammen.

Das im Zuge des DatKom-Projektes gegründete Projektteam ist bereits maßgeblich an der Entwicklung von Konzepten zur universitätsweiten Etablierung von Data Literacy beteiligt und wird die Entwicklungen des Data Literacy Projekts weiterhin begleiten und vorantreiben. Die im Projektteam beteiligten Professor*innen sowie Forschende in der Qualifikationsphase vertreten die Natur-, Technik-, Sozial- und Geisteswissenschaften und setzen sich in Forschung und Lehre nachhaltig mit digitalen Daten in Wissenschaft und Gesellschaft auseinander. Darunter sind mehrfach durch Lehrpreise ausgezeichnete Pionier*innen aus den Bereichen Data Science, Statistik, Informatik und Digital Humanities. Das Projektteam bringt daher eine exzellente fachliche Kompetenz rund um den Lebenszyklus von Daten verschiedener Disziplinen mit.

Durch die Mitwirkung engagierter Studierender wird zudem die Perspektive der Studierenden in die Entwicklungsprozesse miteinbezogen. Die hochschulexternen Mitglieder bereichern das Projektteam durch fundiertes Wissen um Anforderungen, die auf die Studierenden nach dem Studium in Gesellschaft und Arbeitswelt zukommen. Mit der Beteiligung des ZLL, des BiCDaS und der UB wird sowohl die Anknüpfung an die langjährige Expertise in universitätsweiten Lehrentwicklungsprozessen als auch an das Data Science-Netzwerk und an das Themenfeld „Informationskompetenz“ sichergestellt.

Auf Rektoratsebene wird das Projektteam durch die Mitwirkung der Prorektorin für Studium und Lehre Prof. Dr. Riemer und des Prorektors für Informationsmanagement Prof. Dr. Decker verstärkt und erhält dadurch deutliche Sichtbarkeit innerhalb der Universität.
 

Projektteam Fachhochschule Bielefeld

Die FH Bielefeld fasst ihre Expertise in einem Kernteam für die Leitung, Koordination und Vernetzung und operative Ebene zur Herstellung des Lehr- und Anwendungsbezugs zusammen deren Mitglieder sich disziplinübergreifend mit einschlägiger Lehr-/ und Forschungsexpertise im Bereich Data Science & Literacy einbringen. Diese Lehrenden tragen die Kompetenz-Vermittlung und den Transfer in die Lehre. Des Weiteren gewährleistet die Beteiligung der Leitung der Hochschulbibliothek eine strukturelle Einbindung der digitalen Lehr- und Lernkonzepte sowie eine direkte Verbindung zur Digitalen Hochschule NRW: Dr. Karin Ilg Leitung Hochschulbibliothek, Vertreterin für Lernzentrum und Medien- und Informationsdienste, für Information, Literacy, digitale Kompetenzen, Mitglied im Programmausschuss der Digitalen Hochschule NRW, zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten gehören die Digitalisierung an Hochschulen sowie Servicekonzepte für Open Access und wissenschaftliches Publizieren.

Die Projektvertretung/-leitung liegt bei Dr. jur. Daniel Antonius Hötte, der auch die Funktion des Präsidiumsbeauftragten FH Bielefeld erfüllt. Sein Lehrgebiet ist das Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt Digitalisierung und Zukunft des juristischen Arbeitens, Lehr-/Forschungsprojekte LTE (Legal Tech Education), ALT_D (Applied Legal Tech Design, Fellowship Digitale Hochschullehre) mit direktem Transfer durch Einbindung in das Modul Recht der Digitalisierung im Studiengang "Bachelor Wirtschaftsrecht".

Die Anbindung an die Hochschulleitung erfolgt durch Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier als Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Dr. Barbara Junge, Dezernat Planung, Controlling, Qualitätsmanagement, Projektleitung "QSys² – Neue Impulse für das QM-System in Studium und Lehre". Weiterhin werden Studierende repräsentativ für die Stakeholder der Lernenden in einen gemeinsamen Austausch miteinbezogen.

Motivation

Junge Menschen auf ihre künftige professionelle und die gesellschaftliche Rolle vorzubereiten ist zentraler Auftrag der Gesellschaft an ihre Hochschulen. Beide Felder sind jedoch einer sich beschleunigenden Transformation unterworfen, die durch erhöhtes Aufkommen und beschleunigte Verarbeitung verschiedenster Daten hervorgerufen wird. Neben den professionellen Anforderungen ergeben sich auch im gesellschaftlichen Diskurs, insbesondere im Kontext von Fake News, zukünftig ganz neue Herausforderungen. Hier kann nur der sachkundige Umgang mit Daten jeder und jedem Einzelnen Orientierung geben. Jede*r daten-literate Bürger*in wirkt als Multiplikator*in und trägt so zu einer Versachlichung sich schnell überhitzender gesellschaftlicher Debatten bei. Darüber hinaus ermöglicht diese Sachkunde auch die Einschätzung des Potentials, das die eigenen Daten in fremden Händen haben. Die antragstellenden Hochschulen sind sich in der Bedeutung dieser Themen einig und versprechen sich von einem abgestimmten Vorgehen neben Synergie-Effekten durch Austausch, gemeinsame Infrastrukturen, Materialpools etc. einen hohen Mehrwert durch die Vielfalt an Perspektiven und Lehrveranstaltungen und durch Pilotierung unterschiedlichster Konzepte. Außerdem kann ein abgestimmtes Vorgehen der Hochschulen eine starke Wirkung über die antragstellenden Hochschulen und den akademischen Bereich hinaus in die Region und das Land entfalten. Wir sind überzeugt, dass das Projekt DaLiS@OWL die Hochschullandschaft in NRW und
darüber hinaus verändern wird.

Herausforderungen und Ausgangslagen

DaLiS@OWL spricht Studierende in zweifacher Hinsicht an: als Bürger*innen einer datendurchdrungenen Gesellschaft und als zukünftige “Professionals” einer daten-getriebenen Arbeitswelt. Deshalb setzt DaLiS@OWL bei der Herausforderung an, den Umgang mit Daten über die eigene fachliche Komplexität hinaus in einen breiteren Kontext einzubetten, und das interdisziplinär: Sowohl Lehrende als auch Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen treffen sich und erwerben über einen aktiven Austausch breitere Datenkompetenzen. Explizit wollen wir das Silo-Denken zwischen datenaffinen und daten-fernen Disziplinen überwinden und das Voneinander-und-miteinander-Lernen erproben. Es sind gerade die Fachgrenzen überschreitenden Datenkompetenzen, die in Zukunft noch wichtiger werden – wobei die fachspezifischen Datenkompetenzen keineswegs in den Hintergrund gedrängt, sondern anschlussfähig weiterentwickelt werden müssen.

Die Zusammenarbeit im Verbund von drei Hochschulen birgt Herausforderungen: So müssen digitale Formate konzipiert und integriert werden, um hochschulübergreifendende Veranstaltungen flexibler zu gestalten. Zudem müssen wir den unterschiedlichen Fachkulturen und Ausgangslagen Rechnung tragen und diese gemeinsam auf die Ziele hin entwickeln. In dieser Vielfalt liegt aber auch die Chance einer hohen Übertragbarkeit derartig gestalteter Konzepte.
 

Universität Paderborn

An der Universität Paderborn (UPB) hat das Präsidium jüngst innerhalb der Leitidee der „Universität der Informationsgesellschaft“ den Schwerpunkt „Data Society“ systematisch in den Mittelpunkt von Forschung und Lehre gestellt. Die starke Informatik sowie die interdisziplinäre Durchdringung vieler Disziplinen durch IT-Aspekte bilden hierfür bereits eine hervorragende Grundlage; die Hochschule will aber mehr erreichen: Sie möchte die naturwissenschaftlich-technische Entwicklung der Gesellschaft vorantreiben, sie kritisch begleiten, gleichzeitig den Blick für die beständigen Werte unserer Kultur öffnen, aber auch die sich in der Informations- oder Wissensgesellschaft bietenden Chancen nutzen. In der Strategie „Digitales Lehren und Lernen (2019-2024)“ werden Data-Literacy-Kompetenzen entsprechend als Entwicklungsziel herausgestellt und verschiedene Fächer haben bereits erfolgreich begonnen, „fachwissenschaftliche Datenkompetenzen“ in ihre Curricula zu integrieren, aber auch spezialisierte Studiengänge wie die Masterstudiengänge „Data Science“ oder „Digital Humanities“ aufzubauen. In der Lehr-Praxis hat die Universität Paderborn sehr gute Erfahrungen mit „Train-the-Trainer“-Modellen für studentische Multiplikator*innen sowie Blended-Learning-Angeboten gemacht. Beide Formate sollen in Hinblick auf Data Literacy erweitert und erprobt werden.
 

Universität Bielefeld

Die Chancen und Herausforderungen einer zunehmend datengetriebenen Wissenschaft, Arbeitswelt und Gesellschaft werden an der Universität Bielefeld (UBI) auf verschiedenen Ebenen adressiert: Die Etablierung des Bielefeld Center for Data Science (BiCDaS), die Schaffung eines Data Science Master und die Gründung des Kompetenzzentrums Forschungsdaten sind Beispiele für erfolgreiche Strategien hin zu einer datenkompetenten Universität. Vor dem Hintergrund des Förderprogramms "Data Literacy Education" im vergangenen Jahr hat ein vielseitiges Projektteam ein Konzept zur Verankerung von Datenkompetenz als Lehr- und Lernziel und zur Schärfung eines Daten-Bewusstseins entwickelt („datkom.kollaborativ.uniweit“). In die Praxis gebracht wurde das Konzept durch die Einbettung in das erfolgreich etablierte Programm „richtig einsteigen.“ Zu den ersten erfolgreichen Maßnahmen gehört die Schaffung eines Data-Literacy-Moduls, das bei Studierenden aller Fachdisziplinen Datenkompetenz und eine individuellen Profilbildung befördert. Herzstück ist eine interdisziplinäre Ringvorlesung („Big Data is watching you! Vom selbstbestimmten Umgang mit Daten in der modernen Welt“), die breites Interesse unter Studierenden aller Fachdisziplinen (zurzeit >200) hervorgerufen hat. Die ersten Erfahrungen des DatKom-Projektes (https://www.uni-bielefeld.de/themen/richtig-einsteigen/datkom/) haben verdeutlicht, dass die Relevanz von Datenkompetenzen über alle Fakultätsgrenzen hinweg als sehr hoch eingeschätzt wird, die universitätsweite curriculare Verankerung aber eine große Herausforderung darstellt. Gemeinsam mit den Partnern möchte die Universität Bielefeld ihr bisheriges Konzept weiterentwickeln, neue Lehr- und Lernformate pilotieren und den Austausch von Best-Practices auf eine breitere Basis stellen.
 

Fachhochschule Bielefeld

Die FH Bielefeld (FH BI) verfügt in Bezug auf das Feld Data Science über ausgewiesene Expertise und eine anwendungsorientierte Forschungsausrichtung sowie bereits vorhandene Lehrangebote und Vertiefungsmöglichkeiten. Dies wird eindrucksvoll durch das Center for Applied Data Science oder den innovativen, projektbasierten Data Science Forschungsmaster ergänzt. Durch die umfassenden Kooperationen mit Partnern außerhalb der Hochschule und die Verbreiterung der fachlichen Ausrichtung wird die FH Bielefeld ihr ausgewiesenes Netzwerk insgesamt zur Geltung bringen können. Im Rahmen dieses Projekts sollen diese Stärken den Studierenden aller Fachbereiche der FH und darüber hinaus aller beteiligten Hochschulen zugänglich gemacht werden. Insbesondere soll die Möglichkeit eröffnet werden, Datenkompetenzen zu vertiefen und in praktischen Projekten "hands on experience" zu sammeln. Entsprechende Angebote existieren bereits, beispielsweise in den Bereichen Wirtschaft und Gesundheit, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftspsychologie und Wirtschaftsrecht, und sollen nun ergänzt und geöffnet werden.

Ziele

Ziel 1: Etablierung einer Datenkultur

An den beteiligten Hochschulen soll das Bewusstsein für die Bedeutung von Daten im Studium, im Beruf sowie in gesellschaftlichen und persönlichen Belangen geschärft werden. Maßgeblich für den Erfolg des Konzepts wird es sein, Anreize für Studierende zu schaffen, sich aktiv mit dem Themenfeld Daten auseinanderzusetzen — Daten und der Umgang damit sollen zum Anziehungspunkt für Studierende werden.
 

Ziel 2: Entwicklung und Verankerung von Datenkompetenz in der Breite

Durch aktivierende Lehr- und Lernveranstaltungen soll der Umgang mit Daten und Algorithmen konkret fassbar werden und nachhaltig curricular verankert werden. Die als fächer- und hochschulübergreifend konzipierten Angebote ermöglichen die Nutzung hochschulspezifischer Qualifizierungsmerkmale, ergänzt durch eine individuelle, fachspezifische Vertiefung. Anreize bieten modulare Eingliederungen in den individuellen Ergänzungsbereich (UBI), in das Studium Generale (UPB) oder ähnlich strukturierte ECTS-Anerkennungen (FH BI).
 

Ziel 3: Schaffung einer Ermöglichungskultur für alle Lehrenden

Durch gezielt geförderten Austausch und systematische Vernetzung untereinander, in Verbindung mit dem Einsatz neuer digitaler Werkzeuge und Methoden und der Schaffung persistenter Ressourcen, sollen Hemmschwellen für neue Lernangebote bei den Lehrenden abgebaut werden. Gezielte Anreize werden pilotiert und evaluiert.
 

Ziel 4: Entwicklung eines gemeinsamen Rahmenmodells

Anhand von bestehenden Kompetenzmodellen sollen hochschulübergreifend Themen festgelegt werden, deren Ausrichtung schwerpunktmäßig auf vorhandenes Wissen und bereits etablierte
Kompetenzzentren an den jeweiligen Hochschulen erfolgt. Vor dem Hintergrund sollen die geplanten Maßnahmen evaluiert werden, um erfolgreiche Pilotprojekte langfristig curricular zu verankern und so verstetigen zu können.
 

Ziel 5: Strukturelle Verankerung in der Region

Offene Bildungsangebote für die Hochschulen der Region OWL und ein nachhaltiger Wissenstransfer sollen durch den Verbund der drei Hochschulen abgesichert werden. Durch ein OWL-Datenzertifikat können Kompetenzen Studierender, Graduierter und Young Professionals nachgewiesen und für die Anforderungen der regionalen Wirtschaft und Wissenschaft entsprechend aufgebaut werden. Durch die curriculare Integration werden die Angebote auch strukturell in Studiengängen verankert.

Inhalte und Vermittlung

Inhalte

Die Fähigkeiten, Daten auf kritische Art und Weise zu sammeln, zu analysieren, zu bewerten und zu benutzen, stellen die Kernpunkte einer Data Literacy dar. Ziel des Verbundprojektes ist es, eben diese Kompetenzen bei allen Studierenden, unabhängig ihrer Studienfächer, grundlegend auszubilden und ein Bewusstsein für die Wichtigkeit von Daten in der Wissenschaft, jedoch auch darüber hinaus in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft zu schaffen.

In den letzten Jahren wurden verschiedene Kompetenzmodelle entwickelt, deren Kernkompetenzen ähnlich strukturiert sind. Zu nennen sind hier bspw. die Data Literacy Competencies Matrix nach Ridsdale et al., der KMK-Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt“, der Kompetenzrahmen „Future Skills: Ein Framework für Data Literacy“ oder das „Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt“. Diese Ausfertigungen bilden die Grundlage für die Lehr- und Lernkonzepte und für die Entwicklung eines gemeinsamen Kompetenzrahmens für die beteiligten Hochschulen.
 

Fächerübergreifende und hochschulweite Vermittlung

DaLiS@OWL richtet sich explizit an alle Studierenden der Hochschulen. Diese sollen grundlegende Datenkompetenzen erwerben, die für alle Hochschulabsolvent*innen relevant sind, um somit eine Übersicht über das vielschichtige Thema Daten zu bekommen. Zudem sollen sie Einblicke in die Möglichkeiten datenbasierter Verfahren für ihr eigenes und andere Fächer bekommen. Diese Grundlagen können dann im weiteren Studienverlauf im eigenen Fach vertieft werden oder durch die Wahl eines Masterstudiums wie „Data Science“ (UBI) oder „Digital Humanities“ (UPB) ins Zentrum des Studiums gestellt werden. Damit entwickelt das Programm interdisziplinäre und allgemeine Kompetenzen, die aber direkt an spezifischere und vertiefende Angebote der Hochschulen angeschlossen sind.

Die bislang in Einzelmaßnahmen durchgeführten Kurse sollen im Rahmen des Projekts in Form einer Konzeptsentwicklung zur systematischen Integration im Verbund zusammengeführt werden. Diese zum Teil fachspezifischen Inhalte werden somit allen Studierenden zugänglich gemacht, können zugleich durch die curriculare Verankerung für die Zeit nach Projektende verstetigt werden. Durch bereits bestehende Praxiskooperationen mit (lokalen) Unternehmen werden interdisziplinäre Praxisseminare angeboten.

An allen drei Hochschulen bestehen bereits Lehr-Veranstaltungen, die für die hochschulweite (und übergreifende) Vermittlung der Daten-Kern-Kompetenzen geeignet sind und entsprechend dem DaLiS@OWL-Konzept hochschulübergreifend geöffnet werden sollen. Einige sind erst kürzlich eigens für Data Literacy Education kreiert worden wie die interdisziplinäre Data Literacy Ringvorlesung (UBI), andere entstammen den Curricula bestimmter Studiengänge wie das Modul "Applied Legal Tech Design" der FH Bielefeld (Fellowship Digitale Hochschullehre 2018).

Der Dreiklang aus Bewusstseins-Schärfung, Öffnung bestehender und Schaffung neuer Lehrveranstaltungen mit den Querschnittsthemen Interdisziplinarität und Unterstützung/Austausch unter Lehrenden stellt die wesentliche Struktur der hochschul-übergreifenden Vermittlung von Datenkompetenzen in DaLiS@OWL dar und wird, insbesondere über die Kooperationen innerhalb des Campus OWL e.V., auch über die drei Hochschulen hinausstrahlen.
 

Digitale Lehr- und Lernkonzepte

Die DaLiS@OWL-Hochschulen messen digitalen Lehr- und Lernformaten eine große strategische Bedeutung bei und nutzen sie in ihren Lehr- und Lernveranstaltungen in Ergänzung der Präsenzlehre. Für die hochschulübergreifende Kooperation bieten sie zusätzlich die Möglichkeit der räumlichen und zeitlichen Flexibilität, die wir gezielt nutzen wollen.

Die Voraussetzungen für digitale Lehre sind an allen DaLiS@OWL-Hochschulen sehr gut: DaLiS@OWL kann auf die Erfahrung von Lehrenden zurückgreifen, die seit vielen Jahren mit viel Engagement und erfolgreich solche Formate entwickeln und erproben und dabei von der jeweiligen vorhandenen technischen/digitalen Lehr-/Lern-Infrastruktur profitieren. Die Bibliotheken der beteiligten Hochschulen sind in der Vergangenheit konsequent zu Serviceknoten für die Unterstützung Studierender, Lehrender und Forschender in den Bereichen Information Literacy und digitale Kompetenzen ausgebaut worden.

Zurzeit (September 2019) wird als Teil bereits laufender Data Literacy Aktivitäten der Start einer Instanz der OpenSource Software DKAN vorbereitet, die als Data Story Center eine Plattform für die Veröffentlichung von Daten und Analysen sein wird. Ziel ist es, eine Ressource für Selbststudium und Peer-Learning für Studierende und eine Beispielsammlung für Lehrende zu schaffen. Darüber hinaus ist ausdrücklich beabsichtigt, mit Streaming- bzw. Aufzeichnungsservices eine Präsenzanbindung in Echtzeit für alle Studierenden der teilnehmenden Hochschulen über Learning Services Plattformen herzustellen.

Bedarfsorientierung

Den akademischen Bedarf können die Verbundhochschulen aufgrund der Projektstrukturen und des Austauschs im und mit anderen Projekten sehr gut antizipieren und darauf reagieren. Die Bedarfe der Studierenden sollen systematisch quantitativ durch Befragungen und qualitativ in Form von „Mini-Panels“ erfasst werden.

Die Anbindung des Konzepts an Arbeitswelt und Gesellschaft wird insbesondere durch eine anwendungsbezogene Praxiseinbeziehung realitätsnah abgebildet werden.

Ein kontextübergreifendes Adressieren ethischer Grundsätze (z. B. Gewährleistung der informationellen Selbstbestimmung sowie Subjektqualität des Menschen) soll durch eine fachbereichsoffene Ausrichtung an einem human-centered design (Mensch im Zentrum technologischer Entwicklung) zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen.

Synergetisch können etablierte Netzwerke, die die Verbundhochschulen in der Wirtschaftsregion OWL haben, ausgebaut werden und sich potentiell auch auf die aufstrebende Gründerszene in OWL ausweiten, da diese oft mit datennahen oder datenzentrierten Geschäftsmodellen operiert.

Im Sinne der Entkopplung von Insellösungen sollen bereits existierende Strukturen genutzt werden, um Zugänge zu erleichtern, z. B. Entwicklungen in Paderborn im Rahmen der digitalen Stadt (https://digitale-heimat-pb.de/). Input von Expert*innen aus der Region ermöglicht ebenso einen Austausch zu aktuellen Themen. Für Paderborn steht z. B. Luca Hammer, Social Media Analyst und Experte für Vernetzung, zur Verfügung. Auch der Verein Digitalcourage e.V. hat seine Unterstützung zugesagt.

Nachhaltigkeit / Strukturen / Prozesse

Die dauerhafte Etablierung des Projektes wird systematisch in den Blick genommen. Für die Nachhaltigkeit wird es essentiell sein, dass (a) die Angebote nachgefragt sind und sie (b) durch vorhandene Lehrdeputate oder Lehraufträge oder durch Multiplikator*innen realisiert werden können. Es ist das Ziel des Projekts, hierauf Antworten zu finden. Jede beteiligte Hochschule zielt darauf, dass erfolgreiche Formate dauerhaft etabliert werden und Inhalte curricular verankert werden; für die hochschulübergreifenden Formate soll ein Kooperationsmodell entwickelt werden.

Eine weitere Verstetigungsperspektive zielt auf Ansprache von Praxispartnern zur Durchführung von Praxisprojekten u. a. zur inhaltlichen Bedarfsermittlung, welche durch Formate zum Erfahrungsaustausch die Verknüpfung von Studierenden, Lehrenden und Unternehmen über alle beteiligten Hochschulen hinaus stärken soll.

Nicht zuletzt streben die Verbundhochschulen an, weitere Förderer für die Unterstützung konkreter Vorhaben zu gewinnen.

Netzwerk

Für OWL sind die Hochschulen, die sich im Verbund als Campus OWL e.V. organisiert haben, ein wichtiger Faktor, mit denen nicht nur erfolgreiche Netzwerke wie „Its OWL“ (https://www.its-owl.de/) etabliert und Arbeitskräfte ausgebildet, sondern auch Zukunftsprojekte kooperativ vorangetrieben werden. Mittelfristig soll daher eine Zusammenarbeit aller Hochschulen des Campus OWL e.V. erreicht und so das Thema Datenkompetenz für den Technologiestandort OWL insgesamt gestärkt werden. Sowohl die Technische Hochschule OWL (TH OWL) als auch die Hochschule für Musik Detmold stimmen einer perspektivischen Zusammenarbeit zum Thema Data Literacy Education ausdrücklich zu.

Innerhalb von NRW werden die Projektbeteiligten eng mit dem geplanten Landesportal (heureka.nrw) zusammenarbeiten und das Kooperationspotential mit dem Projekt digi-komp.nrw in den Blick nehmen. DaLiS@OWL soll ein aktiver Teil des bundesweiten Netzwerks Data Literacy Education werden, um Erfahrungen und Best-Practices bezüglich der Übertragbarkeit von Ideen und Konzepten zu teilen. Zur Nachnutzung wird das Projekt DaLiS@OWL Inhalte (als OER-Content) und Plattformen bereitstellen.

Evaluation

Zur Erreichung der Projektziele und zur Etablierung von Best-Practice-Strukturen ist ein kontinuierliches Feedback durch alle beteiligten Akteure, vor allem auch durch die Studierenden, besonders wertvoll. Zur Evaluation von Lehrveranstaltungen und flankierenden Angeboten soll daher die an jeder Hochschule etablierte klassische (online-)Lehrveranstaltungsevaluation mit Methoden kombiniert werden, die das Lernen der Studierenden in den Fokus stellen und die Reflexion von Studierenden über ihr Lernen fördern (z. B. Bielefelder Lernzielorientierte Evaluation – BiLOE (UBI)). Darüber hinaus sollen regelmäßig „Mini-Panels“ mit Studierenden verschiedener Studienfächer durchgeführt werden, um die Bedarfsorientierung des Projekts sicherzustellen.

Contact

Prof. Dr. Gudrun Oevel

Information and Media Technologies Center (IMT)

Gudrun Oevel
Phone:
+49 5251 60-2397
Office:
N5.311

Contact

Prof. Dr. Tobias Matzner

Medien, Algorithmen und Gesellschaft

Tobias Matzner
Phone:
+49 5251 60-3275
Office:
E2.321

Office hours:

Tuesdays 3 p.m. During the Summer Term 2020, "office" hours take place via phone or video. Please register here: https://panda.uni-paderborn.de/course/view.php?id=14073

The University for the Information Society