Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Informationstechnik im Gebäude O Bildinformationen anzeigen

Informationstechnik im Gebäude O

Foto: Universität Paderborn, Adelheid Rutenburges

|

Einfach den blauen Knopf drücken

Im Magazin DUZ Wissenschaft & Management, Ausgabe 8.2020 vom 2.10.2020, ist der Artikel "Einfach den blauen Knopf drücken" von Prof. Dr. Gudrun Oevel und Christopher Odenbach erschienen.

Big Blue Button ist ein offenes Videokonferenz-System, mit dem sich auch Lehr- und Lernprozesse unterstützen lassen. Außerdem kann man es mit verschiedenen Lernplattformen verknüpfen. Die Universität Paderborn entschied sich bereits Mitte März für dieses System, das sich während des Corona-Semesters bewährt hat.

Am 14. März erreichte uns die Anfrage, ob wir für das Zentrum für Sprachlehre (ZfS) das damals für uns noch unbekannte Lehrkonferenz-System Big Blue Button zeitnah zur Verfügung stellen könnten. Zu diesem Zeitpunkt war der Semesterstart an der Universität Paderborn bereits auf den 22. April verschoben worden, die 70 Sprachkurse mit über 1500 Studierenden starteten aber schon direkt Anfang April. Das Präsidium hatte für das Corona-Semester den Schwerpunkt auf asynchrone Lehr- und Lernmethoden festgelegt, aber die Sprachkurse wurden als systemrelevant eingestuft und benötigten für die Sprachausbildung auch (synchrone) Sprachkommunikation.

Für BBB sprach, dass es ein Lehrkonferenz-System ist. Im Gegensatz zu klassischen Videokonferenz-Systemen, bei denen alle Teilnehmenden gleichberechtigt agieren können, wird BBB hauptsächlich für Veranstaltungen eingesetzt, bei denen eine Person eine Präsentation vorträgt und die Teilnehmenden Rückfragen stellen können, genau wie bei einer klassischen Vorlesung. Dabei kann BBB sehr flexibel auch noch anders genutzt werden, etwa

  • für interaktive Seminare und Kleingruppen – eine Person trägt vor, die Teilnehmenden beteiligen sich am Gespräch und können bei Bedarf auch selbst etwas grafisch skizzieren, oder
  • als reine Videokonferenz-Lösung.

Die erste Installation auf einer virtuellen Maschine erfolgte nach anfänglichen Schwierigkeiten noch im März. Da unsere virtuellen Server aber nicht die Bandbreiten für die schnell steigende Anzahl von Veranstaltungen mit BBB hatten, erweiterten wir die Installation in den folgenden vier Wochen um vier Hardware-Server. Seit Ende April läuft das System in dieser Form im produktiven Einsatz, wird täglich von mehr als 500 Personen gleichzeitig genutzt – und bietet noch einigen Spielraum nach oben.

Aktuell bieten wir drei unterschiedliche BBB-Systeme an:

  • Ein Cluster für Lehrveranstaltungen. Hier können nur Dozierende neue Meetings einrichten. Damit soll verhindert werden, dass Lehrveranstaltungen in Überlastprobleme laufen durch gleichzeitige Meetings, die nicht der Lehre dienen.
  • Ein Stand-alone-System, auf dem auch Studierende sich anmelden können, um eigene Meetings abzuhalten und beispielsweise in Lerngruppen zu arbeiten. Auf diesem System finden dementsprechend auch Meetings bis tief in die Nacht statt. Interessant ist, dass mit diesem System insbesondere auch Vorträge von Studierenden geprobt und aufgezeichnet werden können.
  • Ein Stand-alone-System für Gremienarbeit, bei dem die Aufnahmefunktion deaktiviert wurde. Diese Funktion wurde von Gremien und dem Personalrat gewünscht, damit es ausgeschlossen ist, dass Informationen ohne Wissen der Teilnehmenden aufgezeichnet werden.

Unsere Erfahrungen mit Big Blue Button sind überwiegend positiv. Als ein kritisches Element hat sich bei uns die Audio-Funktion erwiesen. Ohne Bild kann man noch gut an Lehrveranstaltungen oder Online-Sitzungen teilnehmen – ohne Ton ist es unmöglich. Die Qualität der benutzten Mikrofone spielt eine große Rolle; wir weisen alle Teilnehmenden explizit auf die Nutzung von Headsets hin.

Die maximale Teilnehmerzahl hängt stark von der Form des Meetings ab: Wenn alle Teilnehmenden versuchen, ihr Videobild zu übertragen, bekommt man „schon“ zwischen 15 und 20 Personen Probleme. Wenn dagegen nur der oder die Vortragende die Kamera einschaltet, die Teilnehmenden überwiegend nur zuhören und optional mal eine Frage stellen, sind Veranstaltungen mit 100 Teilnehmenden und mehr stabil und gut möglich. Bei größeren Veranstaltungen setzen wir an der Universität Paderborn ebenfalls die bekannten kommerziellen Lösungen und andere freie Tools ein.

Vollständiger Artikeltext im PDF-Format

Website DUZ: https://www.duz.de/ausgabe/!/id/526

Literaturliste Prof. Dr. Gudrun Oevel: https://ris.uni-paderborn.de/record?q=gudrun+oevel

Die Universität der Informationsgesellschaft